7. Mai 2008
Die Dresdner Bank AG forciert mit der Gründung der Produktlinie "dresdner bank direct24" das Onlinebankinggeschäft. In den kommenden Jahren will die Tochtergesellschaft der Allianz SE mit dem neuen Angebot 500.000 Neukunden gewinnen. "Wir haben keine neue Direktbank gegründet, sondern bieten ein integriertes Angebot", sagte Andree Moschner, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank, bei der Vorstellung am Dienstag in Frankfurt.
Mit dem neuen Angebot wolle das Institut seine Position im Geschäft mit Privatkunden ausbauen. Die Zahl der Online-Kunden soll bis 2011 auf drei von zwei Millionen steigen. Moschner rechnet damit, dass sich rund 500.000 Altkunden für das Onlinebanking freischalten lassen.
Derzeit betreut die Dresdner Bank über die Filialen der Dresdner Bank, Allianz-Agenturen und Tochtergesellschaften wie die Oldenburgische Landesbank 6,5 Millionen Privatkunden. Optisch unterscheidet sich "dresdner bank direct24" durch einen Markenauftritt in Gold-Orange. Zu den Marketing-Kosten wollte sich Moschner nicht äußern.
Die Kunden haben vorerst die Möglichkeit, sieben "Produkte, die sich an den Basisbedürfnissen der Bankkunden von heute orientieren", über die Online-Plattform zu nutzen. Dazu zählen ein Tagesgeldkonto, ein für Empfänger von regelmäßigen Zahlungseingängen kostenloses Girokonto, ein Festgeldkonto, Hypothekendarlehen, Konsumentenkredite, Sparverträge und eine gebührenpflichtige "Prepaid"-Kreditkarte, auf die die Kunden zunächst Geld einzahlen müssen.
Dagegen bietet "dresdner bank direct24" weder ein Brokerage-Angebot an, noch können vorerst Publikumsfonds über diese Plattform gekauft werden. Eine "Kannibalisierung" der Kundschaft fürchtet Moschner nicht. Direct24-Kunden, die sich künftig zum Beispiel beim Abschluss einer Baufinanzierung beraten lassen, sollen um "5 bis 10 Basispunkte" höhere Zinssätze zahlen als Kunden, die auf die Beratung verzichten.
Die Kunden wollten dauerhaft fair behandelt und nicht mit Lockvogelangeboten geködert werden, sagte Moschner. Die Dresdner Bank strebe mit ihrem neuen Online-Angebot aber nicht an, bei den verschiedenen Produkten dauerhaft zu den drei oder fünf günstigsten Anbietern zu zählen.
Bis auf die im voraus aufzuladende Kreditkarte bieten Konkurrenten wie ING Diba, Postbank und Citibank seit Jahren ähnliche oder umfassendere Finanzangebote über das Internet und Telefon an.
Quelle: Manager Magazin
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